Dienstag, 2. Oktober 2012

Ultental: Dörfer, Seen und Landschaft

Der Alpen-Blog ist ein Online-Magazin, in dem Sie vieles über die Alpen, das Wandern, Bergsteigen, Kultur, Geschichte, Brauchtum, Kulinarik und Alpinliteratur lesen können. Schauen Sie immer wieder in diese Internet-Zeitschrift, machen Sie sie zum Favoriten: Sie werden immer etwas Neues entdecken: http://alpen-blog.blogspot.com. Besuchen Sie auch unseren
 
Reisebücherwanderführer-Blog:

http://reisebuecherwanderfuehrer.blogspot.com
Dieter Buck + Marlies Buck
***
 
Ultental – Südtirols stille Schönheit

 
Das Ultental erstreckt über etwa 40 km entlang des Flusses Falschauer, es spannt sich vom Nationalpark Stilfserjoch bis nach Lana im Meraner Land. Still und ursprünglich ist es, als wäre die Zeit hier stehen geblieben.

 
 

 
Genauso muss es wohl vor etwa 120 Jahren hier ausgesehen haben, zum Ende des 19. Jahrhunderts, als Thomas Mann hier im Ultental seinen ersten Roman Buddenbrooks fertigstellte. Alte Bauernhäuser säumen das idyllische Tal, die verwitterten Holzschindeln der Fassaden sind Zeitzeugen einer Epoche, die ganz im Zeichen der österreichisch-ungarischen Monarchie stand. Heute ist das Ultental ein Schmuckstück der italienischen Provinz Südtirol, die mit der Provinz Trient zur autonomen Region Trentino-Südtirol zusammengeschlossen ist.
Die einzigartige Südtiroler Naturlandschaft reicht vom Nationalpark Stilfserjoch bis zur Apfelgemeinde Lana. An den Hängen beiderseits des Talbodens strecken smaragdgrüne Bergwälder die Wipfel in den Himmel, unterbrochen nur von sonnigen Almen – und gleichsam übermächtig der Saum von schroffen Zwei- und Dreitausendern der Ostalpen.

 
Ultental: Tal der vier Dörfer
Vier malerische Dörfer sind das kulturelle Rückgrat des Ultentals: St. Pankraz, St. Walburg, St. Nikolaus und St. Gertraud. Wie kleine Kügelchen sind sie aufgefädelt bis hin zum Talschluss in St. Gertraud. Schon im ersten Feriendorf des Ultentals, St. Pankraz, wird deutlich, wie schnell die Natur ihr Antlitz wechseln kann.
 
 
 
 
Während nur wenige Kilometer entfernt im Etschtal das Apfeldorf Lana ein rundum mediterranes Bild abgibt, präsentiert sich die alpine Welt auf knapp 750 m Seehöhe klarer, beinahe „konzentrierter“ auf das Wesentliche: auf den Wald und das Wasser.
Wasser war es dann auch, dem Südtirols wohl kuriosestes Bauwerk seine überregionale Bekanntheit „verdankt“, blieb doch das „Häusl am Stoan“ 1882 als einziges von zahlreichen Bauernhäusern vom Hochwasser verschont, während die gewaltigen Fluten der Falschauer damals alle anderen Höfe wegspülten.
 
 
 
 

 
Auf halbem Weg taleinwärts liegt die größte Ortschaft des Ultentals, St. Walburg. Wie in all den anderen Ortschaften auch zeugen hier mittelalterliche Kirchen vom Aufbruch Europas in eine neue Zeit. Natürlich spielt auch in St. Walburg das Wasser eine große Rolle, zweierlei Rollen, um genau zu sein, denn zum einen produziert der Zoggler Stausee jede Menge saubere Energie und ist auch jederzeit einen erholsamen Uferspaziergang wert. Zum anderen entspringt im Bad Überwasser bei St. Walburg eisen- und manganhaltiges Mineralwasser, das bereits seit Jahrhunderten für Heilbäder verwendet wird.

 
Ultental:
Thomas Mann vollendete hier die Buddenbrooks
 
 
 

 
Die Kraft des Wassers führte zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch den berühmten österreichischen Kurarzt Christoph Hartung von Hartungen ins Ultental. Damals betreute er während der Sommermonate die Kurgäste des Mitterbads in Ulten und ließ sich in den Jahren 1904 bis 1906 in St. Nikolaus den Sommersitz Hartungshausen bauen, eine mit allem Komfort ausgestattete Residenz, die zur Gänze mit Zirbelholz getäfelt war. Dort empfing er auch regelmäßig berühmte Gäste, die zum engen Freundeskreis des Mediziners zählten, wie etwa Thomas Mann, der in St. Nikolaus auf knapp 1.300 m Seehöhe seinen Roman Buddenbrooks vollendete.
 
 
 
 
 
Wegen des Ortsbilds mit all den alten schindelgetäfelten Bauernhäusern gilt das Dorf St. Nikolaus als gemeinhin malerischste Ortschaft des Ultentals. Fährt man bis fast zum Talschluss auf mehr als 1.500 Meter, wird man von einem kleinen Kirchlein begrüßt, das die letzte Ortschaft des Ultentals „einläutet“: St. Gertraud.
 
 
 
 
Von dort sind es nur wenige Kilometer zum Weißbrunnsee, von wo aus sich Wanderern viele Pfade und Tourenstrecken auftun in den Nationalpark Stilfserjoch. Der Wald hat dort auch seine Altvordern. Die drei Urlärchen von St. Gertraud gelten als die ältesten Nadelbäume Europas. Mehr als 2.000 Jahre sollen sie alt sein, mehr als acht Meter misst der dickste Stamm des „hölzernen Triumvirats“, höher als 35 Meter ragen die Lärchen in den Himmel. Obwohl sie das Alter bereits gezeichnet hat, treiben die Bäume Jahr für Jahr in zartem Grün aus und bezeugen damit den unbändigen Überlebenswillen der Natur.

 
Ultental: Land der Seen
Entlang des Ultentals stehen nicht nur mächtige Berggipfel Spalier. Das Ultental ist auch ein Land des Wassers und damit auch der Seen. Die meisten Bergseen des Ultentals sind Relikte der Eiszeit. Die gewaltige Eisdecke in den Alpen war geschmolzen, sie hinterließ allerdings ihre Handschrift – viele ausgeschürfte Becken blieben in den Bergen zurück, die dann zum Ursprung wurden für die meisten der heutigen Bergseen.

 
Ultental: Malerische Bergseen          
 
 
 
 
 
·         Laugensee: liegt in einer Mulde zwischen den beiden Gipfeln Großer und Kleiner Laugen, glasklarer Bergsee auf etwa 2.180 m Seehöhe, in ca. 2,5 Std. Gehzeit vom Gampenpass aus erreichbar.
·         Felixer Weiher: beliebter Badesee unweit von St. Felix am Deutschnonsberg, bekannt für seine ausgezeichnete Wasserqualität, von St. Felix 45 Min. Gehzeit.
·         Alplahner See: liegt etwas oberhalb der gleichnamigen Alm auf etwa 2.300 m, der direkte Weg führt von St. Gertraud über Köllgrub zur Äußeren und Inneren Alplahner Alm und weiter zum Alplahner See.
·         Koflraster Seen: liegen auf 2.400 m oberhalb von St. Walburg, sind in etwa zweistündiger Gehzeit vom Simian-Hof aus erreichbar.
·         Langsee: auf 2.340 m oberhalb von Weißbrunn, im Talschluss des Ultentals; hier entspringt auch die Falschauer.
·         Fischersee: von St. Gertraud aus in ca. 2,5 Std. Gehzeit zu erreichen, Stausee liegt auf knapp über 2.000 m.
·         Falkomai-Seen: Die drei Seen liegen oberhalb der Innerfalkomai-Alm auf knapp 2.500 m. Der Plombodensee, einer der drei Seen, hat eine Länge von 335 m. Der Falkomaisee nahe der Außerfalkomaialm liegt auf 2.170 m und gewährt ein traumhaftes Dolomitenpanorama.
·         Schrummsee: kleiner, sehr schöner See, auch Klapfbergersee genannt, ist über das unberührte Klapfbergtal erreichbar.
·         Haselgruberseen im Nationalpark Stilfserjoch: eingefasst von mächtigen Felsplatten, auf 2.544 m Höhe, von St. Gertraud aus durch das Kirchbergtal erreichbar.
Eingestellt von Dieter Buck


 
Info:
Tourismusbüro Ultental, I 39016 St. Walburg/Santa Valburga, Telefon 0039 0473 795387, Fax 0039 0473 795049, info@ultental.it, www.ultental.it


 
Anreise:      
Auto: Von Norden über den Brennerpass: Brenner-Autobahn A22 bis Bozen Süd, Schnellstraße Ri. Meran bis Ausfahrt Meran Süd (Industriezone Lana), weiter Ri. Lana, der Beschilderung „Ultental“ folgen.Von Nordwesten über den Reschenpass: über den Reschenpass durchs Vinschgau bis Meran, Schnellstraße Ri. Bozen bis Meran Süd, weiter Ri. Lana, der Beschilderung „Ultental“ folgen.Von Süden über die Brennerautobahn: Autobahn A 22 bis Ausfahrt Bozen Süd, Schnellstraße Ri. Meran bis Meran Süd, weiter Ri. Lana, der Beschilderung „Ultental“ folgen.
Bahn: nächster Bahnhof Lana-Burgstall, es halten alle Regionalzüge von Bozen Richtung Meran.
Bustransfer: über Busdienste von Reiseveranstaltern ins Meraner Land, ab Meran regelmäßige Busverbindungen in die Ortschaften im Ultental.
Flugzeug: Flughafen Verona, Bozen, Innsbruck, dann Bustransfer.
Eingestellt von Dieter Buck
Fotos: Tourismusbüro Ultental

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen